Welcher Brandverhaltensgruppe kann ein Textil zugeordnet werden, das nach dem Britischen Standard «FR Standard BS 5867 Part 2B/ pass» geprüft wurde?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

BS 5867 (Part 2) ist ein britischer Standard mit einem einfachen Prüfverfahren für Dekorationsstoffe. «Pass» heisst, dass der Stoff als Typ B klassiert wird. Das bedeutet eine begrenzte Flammenausbreitung, kein starkes Nachbrennen oder brennendes Abtropfen. Eine direkte Zuordnung zu den Brandverhaltensgruppen RF1 bis RF4 kann nicht vorgenommen werden, da Prüfziele und Prüfverfahren unterschiedlich sind.

Unsere Einstellhalle ist grösser als 600m2. Die Ausgänge liegen rechts und links eine Etage höher, erreichbar über Treppen. Ein weiterer Ausgang ist das Garagentor mit integrierter Türe. Müssen alle Ausgänge gekennzeichnet sein?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Ihre Einstellhalle gilt aufgrund der Grundfläche von mehr als 600 m2 als Parking. In einem Parking müssen Ausgänge und Fluchtwege mit sicherheitsbeleuchteten Rettungszeichen gekennzeichnet sein. Diese müssen von jedem Standort im Parking sichtbar sein.

Welche Brandverhaltensgruppe hat echtes Rindsleder? Wo finde ich diese Information?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Eine allgemeine Klassifizierung von Leder gibt es nicht. Das Brandverhalten hängt auch davon ab, wo und wie das Leder eingesetzt wird, z.B. als Möbel, als Wandbelag, usw.). Wenn das Leder als Baustoff in Verkehr gebracht werden soll, muss der Hersteller die Brennbarkeit deklarieren (Klassifizierung). Auf dieser Grundlage wäre eine Zuordnung zu den Brandverhaltensgruppen möglich.

In den Brandschutzvorschriften ist keine Regelung zu finden, dass Hotelzimmertüren zu horizontalen Fluchtwegen selbstschliessend sein müssen. Ist dies korrekt? Und was gilt, wenn die Türe in einen vertikalen Fluchtweg führt?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Ihre Einschätzung ist richtig. Türen von Hotelzimmern, die in einen horizontalen Fluchtweg führen, müssen nicht selbstschliessend sein.
Die Brandschutzvorschriften sehen nicht vor, dass Hotelzimmer direkt in einen vertikalen Fluchtweg führen.

Waschküche, Trockenraum und Abstellraum liegen im Keller in einem Gang, der zwei Wohnhäuser verbindet. Welche Anforderungen müssen die beiden Abschlusstüren zu den Treppenhäusern erfüllen?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Gemäss Brandschutzvorschriften gilt: Die Türen zum Treppenhaus müssen 90 cm breit und 2 m hoch sein und einen Feuerwiderstand von EI 30 aufweisen. Sie müssen in Fluchtrichtung öffnen und selbstschliessend sein.

Zwischen zwei Einstellhallen – beide verfügen über eigene Fluchtwege und Ausgänge mit Kennzeichnung – befindet sich ein Brandschutztor mit einer Türe. Muss diese Türe auch als Fluchtweg gekennzeichnet sein?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Die Frage muss anhand des Brandschutzkonzeptes des Objektes geklärt werden. Es ist möglich, dass die Türe als Fluchtweg definiert wurde. In diesem Fall müsste sie gekennzeichnet werden.

Beziehen sich die Mengenangaben in der Brandschutzrichtlinie 11-15 «Qualitätssicherung im Brandschutz», Ziffer 3.4.1 (z.B. brennbare Gase über 1’000 kg oder leichtbrennbare Flüssigkeiten über 2’000 I) auf das das gesamte Gebäude oder auf einen Brandabschnitt?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Lagerräume von gefährlichen Stoffen müssen einen eigenen Brandabschnitt bilden (siehe Brandschutzrichtlinie 26-15 «Gefährliche Stoffe», Ziffer 3.4, Absatz 3). Die Mengenangaben beziehen sich auf diesen Brandabschnitt und werden nicht über das ganze Gebäude kumuliert.