In der Norm SIA 358 und in der Fachbroschüre «Treppen» der bfu werden in Fluchtwegen Handläufe vorgeschrieben resp. empfohlen. In den Brandschutzvorschriften sind jedoch keine Hinweise auf Handläufe zu finden. Wie ist dies zu handhaben?

Objekt: Wohnen (13 Wohnungen), 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Brandschutzvorschriften und Stand-der-Technik-Papiere sind klar voneinander abgegrenzt: Die Brandschutzvorschriften legen die Anforderungen fest (was) und die Stand-der-Technik-Papiere regeln, wie die Anforderungen erfüllt werden können (wie).

Wird die Brüstung um das Flachdach zur Gebäudehöhe dazu gezählt?

Die Situation: Die Fläche des Flachdachs, das heisst die oberste Kiesschicht, liegt auf einer Höhe von 10,9 m. Rund um das Flachdach ist eine 50 cm hohe Brüstung angebracht. In der Brandschutzrichtlinie 10-15 «Begriffe und Definitionen» steht: «Bei den höchsten Punkten der Dachkonstruktion handelt es sich bei Flachdächern um die Dachfläche.» Danach wird die Brüstung nicht mitgerechnet und die Gesamthöhe beträgt 10,9 m. Ist das richtig?

Wir haben einen separaten Raum in einer Tiefgarage. Dort lagern wir unter anderem Holz, Streusalz, Elektrogeräte sowie Benzin und Diesel. Dürfen wir in diesem Raum mit einem speziellen Schrank RF1 mit Auffangwanne je 50 Liter Sprit lagern?

Diese Frage lässt sich anhand Ihrer Angaben leider nicht beantworten. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, ob es sich bei Ihrem Raum um einen separaten Lagerraum handelt, der erhöhte Brandschutzanforderungen erfüllt, oder ob der Raum zur Tiefgarage gehört.

Bedeuten die Klassifizierungen RF2 und B1 bei einem Holzlack dasselbe?

Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Klassierung nach DIN 4102 handelt. Nach dieser Norm bedeutet B1 «schwer brennbar» und könnte damit in etwa RF2 oder RF2 (cr) zugeordnet werden. Da jedoch die Informationen zum brennenden Abtropfen und zur Qualmbildung fehlen, ist nicht klar, ob der Holzlack ein kritisches Verhalten (cr) zeigt.

Darf eine Nutzungseinheit über zwei Stockwerke gehen?

Die Situation: Im zweiten und dritten Stockwerk eines Bürogebäudes befinden sich je ca. 20 Arbeitsplätze. Dürfen diese zwei Büroräume direkt mit einer Treppe verbunden werden oder muss die Verbindung über den vertikalen Fluchtweg erstellt werden? Im ersten Fall würden die zwei Brandabschnitte der Geschosse miteinander verbunden, die zusammenhängende Brandabschnittsfläche wäre immer noch kleiner als 3600 m2. Eine direkte Verbindung würde aber die Anforderung verletzen, dass ein Raum gemäss Brandschutzrichtlinie 10-15 «Begriffe und Definitionen» in seiner vertikalen Ausdehnung auf eine Ebene begrenzt ist.

Wir besitzen eine Putzmaschine, die elektrisch aufgeladen werden kann. Sie befindet sich in einem separatem Raum eines Fitnessstudios. Muss die Maschine in einem abgeschlossenen Raum oder einer Box gelagert werden?

Nutzung: Fitnessstudio, Standort: ausserhalb des Kantons Bern

Die Brandschutzvorschriften regeln die Lagerung solcher Geräte nicht. Es wird davon ausgegangen, dass keine Gefahr von den Geräten ausgeht, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Eine Einstellhalle (375 m2 mit 14 Parkplätzen) ist in der Verlängerung der Fahrgasse mit einem Kipptor abgeschlossen. Der Bauherr möchte zwei Garagenplätze mit je einem separaten Kipptor ausstatten, damit diese Plätze für die anderen Nutzer nicht zugänglich sind. Ist das erlaubt?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

Gemäss den Brandschutzvorschriften gilt Ihre Einstellhalle als Einstellraum (< 600 m2).

Wie ist die Geschossfläche definiert? Werden Aussenwand und Aussenräume wie Loggien dazugezählt?

Objekt: Wohnhaus, Hochhaus, ausserhalb des Kantons Bern

Die Definition der Geschossfläche basiert auf der Norm SIA 416. Detaillierte Informationen finden Sie in den Erläuterungen zur Musterbotschaft der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVBH), Seite 24.