Gemäss Tabelle 4.2. in der Brandschutzrichtlinie 14-15 «Verwendung von Baustoffen» sind in Fluchtwegen brennbare Materialien bis zu einem Flächenanteil von 10% erlaubt. Heisst das, dass ich dort Möbel aufstellen darf, wenn sie nicht mehr als 10% der Grundfläche abdecken?

Nein, das ist nicht erlaubt. In der Tabelle 4.2. der Brandschutzrichtlinie 14-15 «Verwendung von Baustoffen» geht es ausschliesslich um den Gebäudeausbau und nicht um die Möblierung. Der erlaubte Flächenanteil brennbarer Baustoffe von 10% bezieht sich auf Wände und Decken.

Eine Seite unserer Doppelgarage wird kaum genutzt. Darf ich dort Holz von einem Schrank, ein Hochbett und einen Glastisch lagern?

Objekt: Mehrfamilienhaus mit Doppelgarage, Kanton Graubünden

In Ihrer Garage dürfen Sie Material lagern. Für leicht brennbare Brennstoffe bestehen jedoch Beschränkungen. Holz darf bis zu einer Menge von 5 m3 gelagert werden.

Informationen dazu finden Sie auf der Informationsplattform für Brandschutz «Heureka» in der Nutzung «Einstellräume und Parkings» unter «Einstellraum im Gebäude».

Wie wird Gussasphalt deklariert?

Gussasphalt wird schon seit geraumer Zeit im Hoch- und Tiefbau verwendet und wird aus dieser langen Erfahrung in Bezug auf den Brandschutz als unproblematisch betrachtet. Aus materialtechnologischer Sicht kann er aber nicht den nicht brennbaren Baustoffen zugeordnet werden, da er zu einem beträchtlichen Anteil aus organischen Stoffen besteht. Ausserdem wird er bei vielen Anwendungsmöglichkeiten mit anderen Baustoffen gemischt. Eine eindeutige Klassifizierung ist darum nicht möglich.

Was ist Trevira CS?

Trevira CS ist eine Markenbezeichnung für Textilien. Um einen Stoff einer Brandverhaltensgruppen gemäss den Brandschutzvorschriften zuzuordnen, ist eine Klassifizierung in Bezug auf das Brandverhalten nach SN EN 13501-1 oder VKF (Brandkennziffer) notwendig. Die Klassifizierung ist in den jeweiligen Produktdatenblättern vermerkt.

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus mit 5 Stockwerken und 13 Wohnungen. Nun haben wir bemerkt, dass die Zwischengeschosse der Steigleitungen nicht abgeschottet sind. Ist dies aus Sicht des Brandschutzes ein Problem?

Dies muss nicht zwingend ein Problem sein. Gemäss Brandschutzrichtlinie 15-15 «Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte», Ziffer 3.6.3, kann auf die geschossweise Abschottung in einem feuerwiderstandsfähigen Installationsschacht verzichtet werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Wie finde ich heraus, in welche Brandverhaltensgruppe (RF1 bis RF4) unser Zelt gehört? Ich finde nur die Bezeichnung: EN ISO 6941. Kann man Stoffe, z.B. Baumwolle, mit einem Spray behandeln, damit sie schwer entflammbar sind?

Objekt: Zelt, temporäre Nutzung

Damit Ihr Stoff einer Brandverhaltensgruppe (RF1 bis RF4) zugeteilt werden kann, muss er eine Prüfung und Klassifizierung nach der Norm SN EN 13501-1 (europäische Klassifizierung) oder nach VKF (Brandkennziffer) aufweisen. Dies müsste der Hersteller deklarieren können.

Wenn es bei einer Fassade RF1 brennt, fallen die Fenstergläser heraus. Ist das zulässig?

Die Situation:

Wir planen bei einem Industriegebäude eine Feuerschutztreppe. Gemäss Brandschutzvorschriften braucht es keinen Abstand zur Fassade, wenn bei der Verglasung und der Fassade Baustoffe RF1 verwendet sind. Bestehend sind ein Sandwich-PIR-Fassadenelement (RF1 eingehalten) und Kunststofffenster. Das Glas sollte RF1 einhalten, der Rahmen RF3. Gemäss Brandschutzvorschriften sind die Fensterrahmen irrelevant, also ist es eine komplett taugliche Fassade in RF1. Brennt es aber, schmilzt der Kunststoffrahmen und die Gläser fallen heraus.

Objekt: Industrie, 11 bis 30 m hoch, im Kanton Bern

Dürfen im ersten Untergeschoss Kellerräume verschiedener Mieter zu einem Brandabschnitt zusammengefasst werden? Müssen Bastel- und Hobbyräume oder die Waschküche einen separaten Brandabschnitt bilden?

Objekt: Mehrfamilienhaus mit Verkaufsgeschäft im Erdgeschoss, 11 bis 30 m hoch, im Kanton Bern

In Mehrfamilienhäusern dürfen Kellerräume, Bastelräume und Waschküche zu einem Brandabschnitt zusammengefasst werden. Dies gilt unabhängig von der Gebäudehöhe.

Regeln die Brandschutzvorschriften, wie hoch eine Schwelle bei einer Wohnungseingangstüre in einem Mehrfamilienhaus sein darf? Wer ist dafür zuständig, dass dies korrekt umgesetzt wird?

In den Brandschutzvorschriften ist dies nicht geregelt. Massgebend sind hier die Regeln der Baukunde. Die maximal erlaubte Höhe von Schwellen finden Sie in der Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten».

Ist im ersten Untergeschoss für zwei Autoeinstellplätze in einem Doppeleinfamilienhaus eine Spüllüftung vorgeschrieben?

Objekt: Doppeleinfamilienhaus, max. 2 Stockwerke, ausserhalb des Kantons Bern

Eine Spüllüftung ist in Ihrem Fall nicht vorgeschrieben, es ist auch keine Rauch- und Wärmeabzugsanlage gefordert. An Brandschutzanlagen bei Einstellräumen im Gebäude gelten dieselben Anforderungen wie an das Gebäude selber.