Neues Brandschutzmerkblatt zu Wohneinheiten in Beherbergungsbetrieben

In Spitälern, Kliniken oder Heimen (Beherbergungsbetrieben [a]) dürfen Zimmer zu einer Wohneinheit zusammengefasst werden, wenn die Fluchtwege über eine gemeinsam genutzte Vorzone führen und wenn die Fluchtweglänge bis in einen horizontalen oder vertikalen Fluchtweg maximal 20 m beträgt.

In meinem Töpferatelier habe ich keinen Platz für Tonklötze. Darf ich diese in der Tiefgarage lagern?

Massgebend ist die Grundfläche die Tiefgarage. Ist sie grösser als 600 m2, fällt sie aus Sicht des Brandschutzes in die Kategorie Parking. In einem privaten Parking dürfen grundsätzlich nur Gegenstände wie ein Satz Pneu, Kleinmaterial für Betrieb und Pflege der Fahrzeuge, Dachboxen oder Fahrräder gelagert werden.

Beherbergung bis 19 Personen im Kanton Bern geregelt

Wer Zimmer über Online-Plattformen an Touristen vermietet oder Personen in einer privaten Wohngruppe betreut, muss zusätzliche Brandschutzmassnahmen treffen. Die Brandschutzvorschriften der VKF regeln solche Fälle erst ab 20 Personen. Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) hat nun die Beherbergung bis 19 Personen für den Kanton Bern geregelt.

In einem Mehrfamilienhaus führt der Fluchtweg über einen Laubengang ins Treppenhaus. Auch im Erdgeschoss führt der Fluchtweg über einen Laubengang zum Hauseingang. Die Türen von den Laubengängen zum Treppenhaus sind nicht verschlossen. Damit kann jeder Fremde über das Geländer des Laubengangs im Erdgeschoss steigen und hat Zutritt zum Treppenhaus. Darf die Türe zum Laubengang im Erdgeschoss von aussen verschlossen werden?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Türen in Fluchtwegen dürfen verschlossen werden, allerdings nur mit einem Schliesssystem nach der Norm SN EN 179. Türen mit solchen Schliesssystemen verfügen über einen Türdrücker, mit dem die Türe einfach und ohne Schlüssel von innen, also in Fluchtrichtung, geöffnet werden kann.

Die Türe zum Heizraum mit Pelletkessel (20 kW) geht direkt ins Freie. Muss die Türe den Feuerwiderstand EI 30 aufweisen und nach aussen aufgehen?

Vom Heizraum in den Keller ist zudem eine Öffnung von 50 × 50 cm vorhanden. Muss diese mit Feuerwiderstand EI 30 verschlossen werden?

Objekt: Wohnhaus, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

Für eine Türe, die direkt ins Freie geht, ist kein Feuerwiederstand gefordert. Voraussetzung ist, dass die Brandschutzabstände zu benachbarten Gebäuden eingehalten sind.

Welche Brandschutzanforderungen gelten bei einer frei stehenden Garage?

Muss sie in EI 30 ausgeführt sein? Darf die Garage aus Holz gebaut werden?

Nutzung: Einstellraum, im Kanton Bern

Die Anforderungen sind abhängig von der Grundfläche Ihrer Garage. Wenn sie 600 m2 nicht übersteigt, gilt sie als «Einstellraum für Motorfahrzeuge». Bei einer grösseren Grundfläche kommt die Kategorie «Parking» zur Anwendung.

Gibt es Anforderungen an den Feuerwiderstand des Tragwerks einer Galerie?

Die Situation: Im Dachgeschoss eines Satteldaches ist eine Galerie vorgesehen, beides wird als Lagerfläche genutzt (Brandlast <1000 mJ/m2). Die gesamte Dach-Tragkonstruktion inklusive Galerie soll im Holzbau umgesetzt werden. Die Fläche der Galerie ist kleiner als 50% der projizierten Raumfläche. Dazu zwei Fragen:

  • Ist es richtig, dass keine Anforderungen an den Feuerwiderstand des Tragwerks (Holzdecke und Zwischendecke der Galerie) bestehen?
  • Wie ändern sich die Vorgaben, wenn das Dachgeschoss und die Galerie später als Raum mit grosser Personenbelegung genutzt werden sollen?

Objekt: Gewerbe, 11 m bis 30 m hoch, im Kanton Bern

Die Aussage zur Galerie ist nicht ganz korrekt. Die Galerie wird nicht über deren projizierte Raumfläche bestimmt, sondern über den Luftraum. Die Brandschutzrichtlinie 10-15 definiert eine Galerie folgendermassen (BSR 10-15 Abs. Galerie, S. 22):

Welche Bestimmungen gibt es zu mobilen Heizungen in einem Zelt, zum Beispiel zum Standort oder zur Höhe des Kamins?

Objekt: Festzelt (30 × 20 m) als Einstellhalle, ausserhalb des Kantons Bern

Die Hersteller provisorischer, mobiler Heizungen machen Vorgaben zum Standort der Anlage, zu den nötigen Sicherheitsabständen und Aufstellungsorten etc. Diese müssen eingehalten werden.

Dürfen wir in unserem Bürogebäude in den Korridoren Druckersysteme aufstellen? Die Korridore sind an den schmalsten Stellen 2,5 m breit und die Drucker würden 50 bis 60 cm von der Gangbreite einnehmen.

Objekt: Bürogebäude, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Die Breite des Korridors ist in diesem Fall nicht die relevante Grösse. Massgebend sind die Anordnung der Räume und die Länge der Fluchtwege. Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden: