Gibt es Vorgaben dazu, welches System beim Verschliessen von Durchbrüchen zu bevorzugen ist?

Beitrag der Fachstelle Brandschutz der GVB

Standort des Gebäudes

Bern

Nutzung

Mehrfamilienhaus

Gebäudehöhe

11 m bis 30 m hoch

Die Situation: 
Immer wieder stosse ich als Brandschutzexperte auf Meinungsunterschiede, wenn es darum geht, Durchbrüche und Leitungsdurchführungen in brandabschnittsbildenen Bauteilen zu verschliessen. Gemäss VKF kann man Durchbrüche mit einem Material RF1 dicht verschliessen oder ein VKF-anerkanntes Abschottungssystem verwenden. Aber es gibt keine Angaben dazu, wann welche Variante gewählt werden soll. Es wird weder auf Abstände zwischen den einzelnen Leitungen eingegangen, noch wird eine maximalle Belegung oder Beschränkung der Öffnungsabmessung definiert. Auf der anderen Seite gibt es hunderte von zertifizierten, geprüften und zugelassen Systemen, welche sich die einzelnen Hersteller viel Geld kosten lassen. Vorgaben wie Abstände, Belegungsdichte und Öffnungsabmessungen sind für jede Leitungsart und und jede einzelne Bauweise genauestens definiert.  


Sie haben Recht, die Brandschutzvorschriften machen keine Vorgabe zu der Wahl des Systems. Ausschlaggebend sind vor allem bauökonomische und bautechnische Überlegungen.  
Aus baupraktischer Sicht und auch in Sinne der Brandschutzvorschriften ist das Verschliessen mit einem Material RF1 für einzelne, kleinere Verschlüsse sinnvoll, um die geforderte Dichtheit zu gewährleisten. Abschottungssysteme haben den Vorteil, dass sie ohne grossen Arbeitsaufwand Anschlussfugen oder Ringspalte durch die Beschichtung und Quellmasse zuverlässig lösen. Ein weiterer Vorteil von Abschottungssystemen ist, dass Nachinstallationen meist einfacher möglich sind, als dies beispielsweise bei Mörtel oder Gips der Fall ist. Vor allem bei metallischen Leitungen müssen auch Korrosionseigenschaften mitberücksichtigt werden.  
Ausserdem ist die Wahl auch eine Frage der Organisation. Mit einer frühzeitigen Installationsplanung könnten viele Abschottungen ganz vermieden werden; z. B. wenn die Leitungsdurchdringungen bereits auf den Querschnitt des Rohres abgestimmt ist, so dass nur noch ein Ringspalt verschlossen werden müsste (vgl. Dazu das Merkblatt 2004-15 Durchbrüche und brandabschnittbildende Bauteile). Und nicht zuletzt ist es auch eine Frage des Bauablaufes, wenn es darum geht, zu koordinieren, welcher (und wie viele) Handwerker wann auf der Baustelle sein müssen. 

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