Ein Gewerbegebäude hat eine Fläche von 2400m2. Damit ist es zu gross für ein Gebäude mit geringen Abmessungen. Alle anderen Anforderungen, die an diese Gebäudekategorie gestellt werden, sind aber erfüllt. Kann ich das Gebäude mit Brandmauern in vier Abschnitte von 600m2 aufteilen, die je als Gebäude mit geringen Abmessungen gelten?

Objekt: Gewerbe <1000MJ/m2, max. 2 Stockwerke, im Kanton Bern

Dieser Fall ist, wie Sie richtig schreiben, in den Brandschutzvorschriften nicht explizit geregelt. Aus Sicht des Brandschutzes interpretieren wir die Situation folgendermassen:

Wie gross müssen die Öffnungen in einem Pelletslager sein? Das Lager befindet sich im ersten und zweiten Untergeschoss und hat Platz für 50 m3 Pellets.

Die Anforderungen an Pelletsheizungen und Pelletslager sind in der Erläuterung der VKF 106-15 «Pelletsfeuerungen» beschrieben. Danach gelten für die Ausräumöffnungen folgende Mindestanforderungen:

Ein Laubengang, der den Anforderungen gemäss Brandschutzrichtlinie 16-15 «Flucht- und Rettungswege», Absatz 2.5.4, Ziffer 2, genügt, führt an beiden Enden zu vertikalen Fluchtwegen. Gemäss Ziffer 6 bestehen keine Anforderungen an den Feuerwiderstand der Konstruktion. Gehört die Wand, die Gebäude und Laubengang trennt, also die Aussenwand des Gebäudes, auch zu dieser Konstruktion? Oder muss die Wand die Anforderung EI 30 erfüllen (abgesehen von Türen und Fenstern), weil der Laubengang ein horizontaler Fluchtweg ist?

Objekt: Schule, 11 bis 30 m hoch

Die Ausführungen in der Brandschutzrichtlinie 16-15 «Flucht- und Rettungswege», Absatz 2.5.4, Ziffer 2, beziehen sich auf die Konstruktion des Laubengangs – die Aussenwand des Gebäudes gehört nicht dazu.

Gibt es eine Liste von verschiedenen Baustoffen und deren Zuteilung zu den Brandverhaltensgruppen, z.B. Acrylglas = RF2 oder Fichte Vollholz = RF3 (cr)?

Falls der Baustoff allgemein anerkannt ist, finden Sie die Brandverhaltensgruppe des Baustoffs direkt in der Zusammenstellung «Allgemein anerkannte Bauprodukte» der VKF.

Was ist bei Nebenbauten unter der Definition «dauernder Aufenthalt von Personen» gemeint? Darf eine Werkstatt als Nebenbau betrachtet werden, wenn die übrigen Kriterien gemäss Brandschutznorm zutreffen?

Als dauernder Aufenthalt wird in erster Linie die Nutzung als Wohnraum, Beherbergung, Schulhaus oder z. B. fest eingerichtete Arbeitsplätze verstanden. Also generell Nutzungen, bei denen Personen in dem Gebäude ihren Lebensmittelpunkt haben, schlafen, unterrichtet werden oder ihre Arbeitszeit verbringen.

Darf ich im gleichen Brandabschnitt ein Restaurant und Verkaufsräume (>1200 m2, grosse Personenbelegung) planen? Das Restaurant ist im 1. OG in offener Verbindung mit einer Treppe zum EG mit Verkaufsräumen.

Nutzung: Verkaufsgeschäft, Gebäudehöhe: 11 bis 30 m hoch

Der Bereich des Restaurants, in dem sich die Gäste befinden, darf zum selben Brandabschnitt wie das Verkaufsgeschäft gehören. Die gewerbliche Küche hingegen ist ein heikler Bereich, welcher brandabschnittsmässig vom Restaurant und somit auch vom Verkaufsgeschäft abgetrennt werden muss.

Muss ein Brandabschnitt zwingend an einen horizontalen oder vertikalen Fluchtweg grenzen? Oder ist unter gewissen Umständen die Flucht über angrenzende Räume möglich?

Sogenannte Raum-über-Raum-Fluchtwege sind dort möglich, wo Räume zu Nutzungseinheiten zusammengefasst werden können (siehe Brandschutzrichtline 16-15 «Flucht- und Rettungswege», Ziffer 3). 

Unsere Tiefgarage, die 1998 gebaut wurde, verfügt über keinen Fluchtweg. Sie ist nur durch das Garagentor zugänglich. Dieses funktioniert elektrisch und ich weiss nicht, ob bei einem Stromausfall ein Handbetrieb möglich ist. Entspricht dies den Brandschutzvorschriften?

Gemäss den aktuellen Brandschutzvorschriften gilt: Der Einstellraum muss über mindestens einen sicheren Fluchtweg ins Freie verfügen, beispielsweise durch eine im Tor eingebaute Servicetüre oder durch ein Treppenhaus. Der Ausgang muss jederzeit und ohne Schlüssel möglich sein, auch bei Netzstromausfall.