Wie müssen die Ausgänge einer Tiefgarage (Fläche 700m2) geplant werden? Müssen sie 90 cm breit sein oder muss die Personenbelegung berechnet werden, um die minimale Breite zu bestimmen? Müssen die Türen in Fluchtrichtung öffnen?

Objekt: Tiefgarage, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

In einem Parking ist die Personenbelegung nicht massgebend. Anzahl und Ort der Ausgänge werden so festgelegt, dass die erlaubte Länge der Fluchtwege nicht überschritten wird:

Wir planen die Sanierung einer Aula mit einer Belegung von ca. 370 Personen. Dürfen wir als zweiten Fluchtweg eine Terrassentür oder ein Fenster mit tiefer Brüstung nutzen? Müssten diese ebenfalls in Fluchtwegrichtung öffnen oder muss nur der erste Fluchtweg diese Anforderung erfüllen?

Räume mit einer Belegung von mehr als 300 Personen gelten als «Räume mit grosser Personenbelegung». Für diese gilt: Führen die Fluchtwege ebenerdig ins Freie, sind mindestens zwei unabhängige Ausgänge à 1,20 m Breite gefordert. Führen die Fluchtwege über Treppen ins Freie, müssen die Ausgänge in der Summe eine Breite von 3,70 m aufweisen. Dabei muss jeder einzelne Ausgang mindestens 1,20 m breit sein und in dieser Breite ins Freie führen.

In einem Grossraumbüro im Erdgeschoss mit 45 Arbeitsplätzen und 70 Plätzen in Sitzungszimmern gibt es vier Fluchttüren ins Freie. Eine davon ist der Hauptzugang mit Windfang. Dieser soll umgebaut werden in eine Vereinzelungsanlage mit einer behindertengerechten Fluchttüre. Wie breit muss diese Türe mindestens sein?

Objekt: Büro, bis 11 m hoch

Die minimale Breite von Türen und die Anzahl der Ausgänge werden grundsätzlich anhand der Personenbelegung festgelegt. Massgebend ist dabei der Raum mit der grössten Belegung. In Bürogebäuden sind jedoch unabhängig der Personenbelegung Ausgänge mit einer Breite von 90 cm zulässig.

Bei einem Bürogebäude aus den 60er-Jahren möchten wir die Fassade sanieren und eine Lüftung einbauen. Im Innenbereich ist kein Umbau geplant, es findet auch keine Umnutzung statt. Muss mit dieser Sanierung nun das gesamte Gebäude an die neuen Brandschutzvorschriften angepasst werden?

Objekt: Büro, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

Wenn wesentliche bauliche oder betriebliche Veränderungen, Erweiterungen oder Nutzungsänderungen vorgenommen werden, müssen bestehende Gebäude an die aktuellen Brandschutzvorschriften angepasst werden. Dabei gilt das Prinzip der Verhältnismässigkeit.

Wir gestalten Einzel- und Zweierbüros in Grossraumbüros um. Welche Folgen hat diese Veränderung für das Notfall- und Evakuationskonzept und für die Brandschutzeinrichtungen?

Die Fragen:

  • Muss die Brandmeldeanlage angepasst werden?
  • Braucht es zusätzliche Brandschutztüren, um die Brandabschnittsflächen möglichst klein zu halten?
  • Müssen die Fluchtwege umgestaltet werden, insbesondere die Korridore und der Zugang für die Feuerwehr?
  • Wir möchten im Korridor Ablagen für Ordner und Archivdokumente schaffen. Damit würde der Korridor zur Nutzungsfläche. Wie wirkt sich das auf die Fluchtwege aus?

Objekt: Büro, 11 bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Eine Werkstatt wird zu einem Weinfachgeschäft umgenutzt. Die Verkaufsfläche beträgt ca. 130 m2 und es werden zehn Sitzplätze für den Ausschank eingerichtet. In welche Qualitätssicherungsstufe wird das Projekt eingeteilt?

Objekt: Verkaufslokal, max. 2 Stockwerke, im Kanton Bern

In welche Qualitätssicherungsstufe Ihr Projekt eingeteilt wird, können Sie auf der Informationsplattform für Brandschutz «Heureka» nachschlagen. Wählen Sie die Nutzung «Verkauf», die Gebäudegrösse «Maximal 2 Stockwerke» und das Thema «Qualitätssicherung».

Wir planen im Untergeschoss eine Einstellhalle für Motorfahrzeuge (< 600 m2). Welche Anforderungen bestehen an die Wärmedämmung? Wo ist das in den Vorschriften zu finden?

Objekt: Büro und Gewerbe, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

An einen Einstellraum in einem Gebäude gelten grundsätzlich dieselben Anforderungen wie an die anderen Räume im Gebäude.

In einem Mehrfamilienhaus steht eine Ölheizung in einem Heizraum. Der Raum wurde jedoch nicht in EI 30 ausgeführt. Die aktuelle Brandschutzrichtlinie fordert eine Türe EI 30. Muss diese nachgerüstet werden oder gilt hier die Besitzstandgarantie?

Grundsätzlich gilt hier die Besitzstandwahrung. Diese bezieht sich darauf, dass der Heizraum auch nach früherem Recht stets als Brandabschnitt ausgebildet werden musste.

Darf der Brandschutzabstand zwischen zwei Gebäuden mittlerer Höhe auf 5 m reduziert werden, wenn nur eine Wand einen Feuerwiderstand von 30 Minuten aufweist?

Objekt: Lager, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Wenn bei beiden Fassaden die äusserste Schicht zur Brandverhaltensgruppe RF1 gehört, reichen 5 m aus. Falls dies nicht der Fall ist, gelten die Ersatzmassnahmen unter Kapitel 2.4 der Brandschutzrichtlinie 15-15 Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte, im Speziellen die Variante F. 

Bei einer Einstellhalle mit 10 Parkplätzen, die 1961 gebaut wurde, wird das Garagentor ersetzt. Muss die Halle jetzt entsprechend den neuen Vorschriften angepasst werden, z.B. mit einer Lüftung und Fluchtwegbeschilderung versehen werden?

Ob die Halle dem aktuellen Stand der Technik angepasst werden muss, hängt nicht nur vom Brandschutz, sondern auch von der kantonalen Gesetzgebung ab. Ihre Frage können wir deshalb nicht abschliessend beantworten.

Aus Sicht des Brandschutzes können wir Ihnen folgende Hinweise geben: