Was sind Standardkonzepte?

Mit Standardkonzepten können die Brandschutzvorschriften für die Mehrzahl aller Bauten effizient und klar umgesetzt werden. Das beschleunigt die Abläufe und schafft Planungssicherheit.

Der vorbeugende Brandschutz baut auf drei Säulen: bauliche, technische und organisatorische Massnahmen. Mit der Summe aller Massnahmen – und zusätzlich dem Feuerwehreinsatz als Massnahme im abwehrenden Brandschutz – müssen die vorgeschriebenen Schutzziele erreicht werden. Beispiele von Schutzzielen sind sichere Fluchtmöglichkeiten oder ein Tragwerk, das im Brandfall lange genug dem Feuer standhält.

Vorschriften als «Kochrezept»

Bei ungefähr 80 Prozent aller Bauten in der Schweiz können die Schutzziele mit den Massnahmen erreicht werden, die in den Brandschutzvorschriften definiert sind. Das heisst, die Vorschriften dienen gleichsam als «Kochrezept» für die Umsetzung. In diesem Fall spricht die Brandschutznorm von einem «Standardkonzept».

Grundlagen eines Standardkonzepts (mit oder ohne Löschanlage) sind vor allem bauliche Brandschutzmassnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Tragwerke mit angemessenem Feuerwiderstand, das Einhalten von Schutzabständen, die Bildung von Brandabschnitten oder die Gewährleistung sicherer Fluchtwege.

Je nach Nutzung eines Gebäudes sind zusätzliche Massnahmen für den technischen Brandschutz notwendig. Beispiele sind Brandmelde- und Sprinkleranlagen oder Rauch- und Wärmeabzugsanlagen.

Alternativkonzepte für komplexe Bauten

Bei komplexen Gebäuden wie Einkaufszentren, grossen Bahnhöfen oder Sportstadien mit Mantelnutzungen ist die Situation anders. Für diese Projekte müssen individuelle Lösungen gefunden werden.

Neben den Standardkonzepten erlauben die Brandschutzvorschriften deshalb auch Alternativkonzepte. Dabei bleiben die Schutzziele zwingend dieselben, sie dürfen aber auf anderem Weg erreicht werden. Es ist gegenüber dem Standard eine Gleichwertigkeit der Brandsicherheit zu gewährleisten.

Dies schafft den notwendigen Spielraum für bauliche Sonderfälle und die Weiterentwicklung der Technik.

Zwei Beispiele von Alternativkonzepten finden Sie auf «Heureka», der Infoplattform für Brandschutz der GVB.

 

Die Beiträge auf dem Forum Brandschutz verschaffen Ihnen einen ersten Überblick. Rechtlich verbindliche Informationen zum obigen Thema finden Sie in der Brandschutznorm und in den Brandschutzrichtlinien der VKF.

 

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