Glas ist nicht brennbar. Wieso gibt es in der Schweiz keine rahmenlosen Glasprofile, die den Feuerwiderstand EI 60 erfüllen?

Glas brennt tatsächlich nicht. Doch im Brandfall reagieren die Materialien auf Biegung, Zug und Druck. Diese Einwirkungen muss die Halterung des Glases auffangen können,

Müssen an den Eingangstüren zu den Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus Brandschutztürdrücker und -schilder angebracht werden? Oder dürfen auch Normaldrücker verwendet werden?

Wohnungseingangstüren sind Türen in Fluchtwegen. Die Türklinken (Türdrücker) müssen deshalb so gestaltet sein, dass sich niemand darin verfangen kann.

Sind die Brandschutzvorschriften für die ganze Schweiz gültig oder ist es möglich, dass der Kanton Bern und der Kanton Waadt unterschiedliche Vorschriften haben?

Die Brandschutzvorschriften BSV 2015 der VKF sind in der ganzen Schweiz rechtlich verbindlich. Trotzdem werden die Bestimmungen in den einzelnen Kantonen unterschiedlich ausgelegt und bewertet.

Darf ein dreigeschossiger Beherbergungsbetrieb mit einer maximalen Bruttogeschossfläche von 900 m2 nur einen vertikalen Fluchtweg (Treppenhaus) haben?

Bei Beherbergungsbetrieben, deren Bewohner auf fremde Hilfe angewiesen sind (Kategorie [a]), ist dies nicht zulässig.

Ein offenes Treppenhaus verbindet UG, EG und OG. Es dient lediglich dem Kellerzugang. Nun wird es mit Trockenwänden in ein geschlossenes Treppenhaus umgestaltet. Welche Brandschutzanforderungen müssen berücksichtigt werden?

Die neuen Wände bilden einen Brandabschnitt zwischen dem Treppenhaus und den Räumen. Somit gelten die Anforderungen an vertikale Fluchtwege

Ein Ladengeschäft in einem bestehenden Gebäude mit Wohn- und Gewerbenutzung (15m hoch) soll komplett umgebaut werden. Muss das Brandschutzkonzept für das Ladengeschäft oder für das gesamte Gebäude erarbeitet werden?

In der Regel orientieren sich die Brandschutzmassnahmen nur am auszubauenden Gebäudeteil, in diesem Fall also am Laden.