In einem Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1900 sollen die Eingangstüre und eine Wohnungstüre ersetzt werden. Es handelt sich um ein Gebäude aus Stein mit einem Treppenhaus aus Holz. Die heutigen Brandschutzanforderungen sind kaum erfüllt. Darf ich die Türen ersetzen, ohne weitere Brandschutzmassnahmen umzusetzen?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

Eventuell müssen Sie für den Ersatz der Hauseingangstüre ein Baugesuch einreichen, insbesondere wenn das Erscheinungsbild des Hauses verändert wird. Dies müssen Sie mit Ihrer Gemeinde klären.

Das Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus wird als vertikaler Fluchtweg benutzt und verbindet ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss. Gemäss Brandschutzrichtlinie 16-15, Artikel 3.2.2, al. 2, kann bei Wohnbauten die Treppenbreite von geradläufigen Treppen auf 0,90 m reduziert werden, sofern das Treppenhaus maximal ein Ober- und ein Untergeschoss erschliesst. Ist das richtig?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Die Treppenbreite darf auf 0,90 m reduziert werden, wenn der Fluchtweg nur über ein Geschoss führt. Wenn der Ausgang vom vertikalen Treppenhaus im Erdgeschoss direkt ins Freie führt, ist dies gegeben. Der Fluchtweg führt dann entweder vom Obergeschoss ins Erdgeschoss oder vom Untergeschoss ins Erdgeschoss – die Treppenbreite darf reduziert werden.

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus mit 5 Stockwerken und 13 Wohnungen. Nun haben wir bemerkt, dass die Zwischengeschosse der Steigleitungen nicht abgeschottet sind. Ist dies aus Sicht des Brandschutzes ein Problem?

Dies muss nicht zwingend ein Problem sein. Gemäss Brandschutzrichtlinie 15-15 «Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte», Ziffer 3.6.3, kann auf die geschossweise Abschottung in einem feuerwiderstandsfähigen Installationsschacht verzichtet werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Regeln die Brandschutzvorschriften, wie hoch eine Schwelle bei einer Wohnungseingangstüre in einem Mehrfamilienhaus sein darf? Wer ist dafür zuständig, dass dies korrekt umgesetzt wird?

In den Brandschutzvorschriften ist dies nicht geregelt. Massgebend sind hier die Regeln der Baukunde. Die maximal erlaubte Höhe von Schwellen finden Sie in der Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten».

Ist im ersten Untergeschoss für zwei Autoeinstellplätze in einem Doppeleinfamilienhaus eine Spüllüftung vorgeschrieben?

Objekt: Doppeleinfamilienhaus, max. 2 Stockwerke, ausserhalb des Kantons Bern

Eine Spüllüftung ist in Ihrem Fall nicht vorgeschrieben, es ist auch keine Rauch- und Wärmeabzugsanlage gefordert. An Brandschutzanlagen bei Einstellräumen im Gebäude gelten dieselben Anforderungen wie an das Gebäude selber.

Meine Wohnung ist über einen Laubengang erschlossen. Darf ich dort eine kleinere Laterne aufstellen?

Gemäss Brandschutzvorschriften müssen Fluchtwege immer frei und sicher benutzbar sein. Grundsätzlich dürfen im Laubengang deshalb keine Bandlasten oder Aktivierungsgefahren wie Laternen aufgestellt werden. Die Brandschutzbehörden lassen hier jedoch einen gewissen Spielraum.

Gefährdet eine Schuhkommode mit Sitzbank im Flur wirklich unsere Sicherheit?

Die Situation: Wir wollten eine Schuhkommode mit Sitzbank bei uns in einem Sechs-Familien-Haus in den Flur stellen, nun ist eine Partei aus Sicherheitsgründen dagegen. Ist die erwähnte Familie im Recht und es ist von Vorteil, wenn wir die Schuhkommode mit Sitzbank in der Wohnung lassen?

Ein Laubengang soll mit einem Balkon kombiniert werden. Zum Laubengang führt eine Treppe, die als vertikaler Fluchtweg dient. Was muss neben der minimalen Breite des Fluchtwegs von 1,2 m beachtet werden? Wo sind diese Informationen zu finden? Die Konstruktionen von Treppe und Laubengang sind aus Stahlbeton, die Aussenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk ohne vorgesetzte Dämmung.

Objekt: Wohnhaus, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Was Sie bei Laubengängen beachten müssen, finden Sie auf der Infoplattform für Brandschutz «Heureka» im Fachthema «Fassaden und Aussenwände mit Holz». Die dort formulierten Anforderungen gelten auch für Fassaden und Aussenwände, die aus anderen Baustoffen bestehen. In den Brandschutzvorschriften sind die Anforderungen in der Brandschutzrichtlinie 16-15 «Flucht- und Rettungswege», Ziffer 2.5.4, festgehalten.