In meinem Mehrfamilienhaus möchte ich im Dach keinen Rauch- und Wärmeabzug machen. Gemäss Brandschutzvorschriften besteht die Möglichkeit, in jedem Geschoss ein Fenster mit einer Öffnungsfläche von 0,3 m2 in die Fassade einzubauen. Die Brandschutzrichtlinie sagt aber nichts über die Lage der Fenster aus. Muss das Fenster im obersten Geschoss ganz oben sein?

Objekt: Wohnen, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Sie interpretieren die Brandschutzrichtlinie korrekt. In jedem Geschoss muss ein Fenster mit einer Öffnungsfläche von 0,3m2 vorhanden sein. Mit «Geschoss» ist in diesem Fall jedes Treppenpodest gemeint, auch solche in einem Zwischengeschoss. Über die Lage der Fenster macht die Brandschutzrichtlinie 24-15 «Wärmetechnische Anlagen» keine Angaben.

Der RWA-Schacht der Garage unserer Überbauung liegt auf meinem Grundstück und ist mit einem Gitter gesichert. Darf ich diesen Bereich einzäunen, den Zugang aber zum Beispiel über ein Gartentor sicherstellen? Ist es erlaubt, den Schacht als Ablagefläche zu nutzen und z.B. Pflanzentöpfe daraufzustellen?

Der Schacht muss jederzeit für die Feuerwehr zugänglich sein. Je nach Art der Entrauchung und eines Brandereignisses muss die Feuerwehr den Schacht öffnen oder abdecken können. Damit darf der Schacht grundsätzlich auch nicht als Ablagefläche genutzt werden.

Bei der Entrauchung via LRWA müssen die einzelnen Abströmöffnungen mindestens 0,5 m2 gross sein und eine Mindestöffnungsweite von 0,10 m haben. Wie ist die Mindestöffnungsweite zu verstehen?

Objekt: Einstellhalle, max. 2 Stockwerke, im Kanton Bern

Die Mindestöffnungsweite gibt die Mindestbreite resp. Mindesthöhe der Abströmöffnung an.

Ist es erlaubt, den Ausgang eines Abluftkamins (Kanalisation und Garage) vor eine öffenbare Gaube zu platzieren?

Objekt: Mehrfamilienhaus, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Dazu gibt es keine expliziten Regelungen. Die Frage muss objektbezogen anhand der unmittelbaren Umgebungssituation beantwortet werden.

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen in Treppenhäusern

Frage: Vertikale Fluchtwege müssen gemäss Brandschutzrichtlinie 21-15 «Rauch- und Wärmeabzugsanlagen», Ziffer 3.3.1, mit einer direkt ins Freie führenden Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) ausgerüstet sein. Gemäss Absatz 2b kann die Ausströmöffnung auf alle Geschosse (je mindestens 0.3 m2) verteilt werden. Müssen die Ausströmöffnungen von der Eingangsebene aus gesteuert werden können?

Wie oft muss ich Notlicht-, Brandmelde- und RWA-Anlagen prüfen? Gibt es einen gesetzlichen Kontrollturnus und muss auch gleichzeitig ein integraler Test gemacht werden?

Im Grundsatz gilt: Eigentümer- und Nutzer von Liegenschaften sind dafür verantwortlich, dass Einrichtungen für den baulichen, technischen und abwehrenden Brandschutz sowie haustechnische Anlagen bestimmungsgemäss in Stand gehalten und jederzeit betriebsbereit sind.

Stimmt es, dass Liftschächte nicht mehr entraucht werden müssen? In unseren Auflagen ist die Rede von 5 % des Schachtquerschnitts, maximal aber 0,16 m2.

Es ist korrekt, dass die Liftschächte gemäss den neuen Brandschutzvorschriften BSV 2015 nicht mehr entraucht werden müssen.