In einem Mehrfamilienhaus führt der Fluchtweg über einen Laubengang ins Treppenhaus. Auch im Erdgeschoss führt der Fluchtweg über einen Laubengang zum Hauseingang. Die Türen von den Laubengängen zum Treppenhaus sind nicht verschlossen. Damit kann jeder Fremde über das Geländer des Laubengangs im Erdgeschoss steigen und hat Zutritt zum Treppenhaus. Darf die Türe zum Laubengang im Erdgeschoss von aussen verschlossen werden?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Türen in Fluchtwegen dürfen verschlossen werden, allerdings nur mit einem Schliesssystem nach der Norm SN EN 179. Türen mit solchen Schliesssystemen verfügen über einen Türdrücker, mit dem die Türe einfach und ohne Schlüssel von innen, also in Fluchtrichtung, geöffnet werden kann.

Dürfen wir in unserem Bürogebäude in den Korridoren Druckersysteme aufstellen? Die Korridore sind an den schmalsten Stellen 2,5 m breit und die Drucker würden 50 bis 60 cm von der Gangbreite einnehmen.

Objekt: Bürogebäude, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Die Breite des Korridors ist in diesem Fall nicht die relevante Grösse. Massgebend sind die Anordnung der Räume und die Länge der Fluchtwege. Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden:

Wir renovieren bei unserem Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen die Türen. Müssen die Wohnungseingangstüren die Anforderung EI 30 erfüllen? Welche Anforderungen gelten an die Haupteingangstüre zum Treppenhaus? Braucht es eine Panikfunktion?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

In einem Mehrfamilienhaus muss jede Wohnung als Brandabschnitt ausgestaltet werden. Damit müssen die Wohnungseingangstüren einen Feuerwiderstand von EI 30 aufweisen.

Muss der zweite Ausgang unserer Ausstellungshalle verbreitert werden?

Die Situation: Unsere ebenerdige Ausstellungshalle verfügt neben einem grossen Schiebetor (340 cm breit) über einen Hauptausgang (100 cm breit) und einen zweiten Ausgang (115 cm breit). Der zweite Ausgang wird als Fluchtweg genutzt. Bei einer Belegung von mehr als 100 Personen werden gemäss Richtlinie zwei Ausgänge (90 cm und 120 cm) benötigt. Damit halten wir die Vorgaben wegen 5 cm nicht ein. Besteht hier ein Bestandesschutz oder muss die zweite Ausgangstüre auf 120 cm verbreitert werden?

Nutzung: Ausstellungshalle, Baujahr 1920, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Ihre Beurteilung ist korrekt. Die Breiten der Ausgänge entsprechen bei einer Belegung von über 100 Personen nicht den Brandschutzvorschriften. Ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit im Bestandesbau hier anwendbar ist, muss die Brandschutzbehörde beurteilen.

Meine Wohnung ist über einen Laubengang erschlossen. Darf ich dort eine kleinere Laterne aufstellen?

Gemäss Brandschutzvorschriften müssen Fluchtwege immer frei und sicher benutzbar sein. Grundsätzlich dürfen im Laubengang deshalb keine Bandlasten oder Aktivierungsgefahren wie Laternen aufgestellt werden. Die Brandschutzbehörden lassen hier jedoch einen gewissen Spielraum.

Gefährdet eine Schuhkommode mit Sitzbank im Flur wirklich unsere Sicherheit?

Die Situation: Wir wollten eine Schuhkommode mit Sitzbank bei uns in einem Sechs-Familien-Haus in den Flur stellen, nun ist eine Partei aus Sicherheitsgründen dagegen. Ist die erwähnte Familie im Recht und es ist von Vorteil, wenn wir die Schuhkommode mit Sitzbank in der Wohnung lassen?

Wie wird die Länge der Fluchtwege bei Laubengängen gerechnet?

Die Situation: Zwei Mehrfamilienhäuser werden mit einem Treppenhaus vertikal erschlossen, die horizontale Erschliessung der Wohnungen erfolgt über separate Laubengänge. Diese sind komplett gegen das Freie ständig offen. Auch das Treppenhaus ist ständig offen.

Wie wird die horizontale Fluchtweglänge gerechnet? Ist nur die Länge in der Nutzungseinheit bis zum Laubengang (Aussenraum) massgebend oder muss der Weg über den Laubengang bis zur vertikalen Erschliessung (Treppe) gerechnet werden?

Beträgt in diesem Falle die Fluchtweglänge bis zur vertikalen Erschliessung 35 m oder 50 m?

Objekt: Mehrfamilienhaus, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Darf eine Türe zum Fluchtweg von aussen abgeschlossen werden?

Die Situation: Der Raum wird als Cafeteria genutzt und hat zwei Türen. Eine führt direkt nach aussen uns ist als Fluchtweg markiert. Sie kann von innen mit einem Drehknopf immer geöffnet werden. Die zweite Türe führt über einen Korridor ins Freie und ist ebenfalls als Fluchtweg markiert. Diese Türe hat innen einen Schlüssel, von aussen einen Drehknopf. Als Fluchtweg ist das gerade verkehrt. Es wurde aber so verlangt mit der Begründung: Die Türe muss jederzeit geöffnet werden können, um jemanden zu retten, der allein im Raum ist und dem es gesundheitlich plötzlich schlecht geht. Ist das korrekt? So kann der Raum mit dem Drehknopf jederzeit von allen geöffnet werden, was im Betrieb problematisch ist. Zudem ist im Ereignisfall ein Schlüssel nötig, was auch keinen Sinn macht.

Objekt: Cafeteria in einem Altersheim, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Muss bei unserer Wohnung im Dachgeschoss bei der Türe zum Treppenhaus ein Drehknopfzylinder montiert werden?

Die Situation: Unsere Mietwohnung befindet sich im Dachgeschoss eines sechsstöckigen Gebäudes. Die Wohnung erstreckt sich über die Fläche von zwei darunterliegenden Wohnungen, ist über zwei Hauseingänge erreichbar und hat in der Mitte eine massive Brandschutztüre. Der Haupteingang der Wohnung ist nur per Lift erschlossen, die Treppen enden im fünften Stock. Im Brandfall muss die Wohnung über den Hintereingang (normales Treppenhaus) verlassen werden. Muss an diesem Eingang zum Treppenhaus ein Drehknopfzylinder montiert werden, damit die Türe auch ohne Schlüssel geöffnet werden kann?