Wie wird Gussasphalt deklariert?

Gussasphalt wird schon seit geraumer Zeit im Hoch- und Tiefbau verwendet und wird aus dieser langen Erfahrung in Bezug auf den Brandschutz als unproblematisch betrachtet. Aus materialtechnologischer Sicht kann er aber nicht den nicht brennbaren Baustoffen zugeordnet werden, da er zu einem beträchtlichen Anteil aus organischen Stoffen besteht. Ausserdem wird er bei vielen Anwendungsmöglichkeiten mit anderen Baustoffen gemischt. Eine eindeutige Klassifizierung ist darum nicht möglich.

Was ist Trevira CS?

Trevira CS ist eine Markenbezeichnung für Textilien. Um einen Stoff einer Brandverhaltensgruppen gemäss den Brandschutzvorschriften zuzuordnen, ist eine Klassifizierung in Bezug auf das Brandverhalten nach SN EN 13501-1 oder VKF (Brandkennziffer) notwendig. Die Klassifizierung ist in den jeweiligen Produktdatenblättern vermerkt.

Wie finde ich heraus, in welche Brandverhaltensgruppe (RF1 bis RF4) unser Zelt gehört? Ich finde nur die Bezeichnung: EN ISO 6941. Kann man Stoffe, z.B. Baumwolle, mit einem Spray behandeln, damit sie schwer entflammbar sind?

Objekt: Zelt, temporäre Nutzung

Damit Ihr Stoff einer Brandverhaltensgruppe (RF1 bis RF4) zugeteilt werden kann, muss er eine Prüfung und Klassifizierung nach der Norm SN EN 13501-1 (europäische Klassifizierung) oder nach VKF (Brandkennziffer) aufweisen. Dies müsste der Hersteller deklarieren können.

Wenn es bei einer Fassade RF1 brennt, fallen die Fenstergläser heraus. Ist das zulässig?

Die Situation:

Wir planen bei einem Industriegebäude eine Feuerschutztreppe. Gemäss Brandschutzvorschriften braucht es keinen Abstand zur Fassade, wenn bei der Verglasung und der Fassade Baustoffe RF1 verwendet sind. Bestehend sind ein Sandwich-PIR-Fassadenelement (RF1 eingehalten) und Kunststofffenster. Das Glas sollte RF1 einhalten, der Rahmen RF3. Gemäss Brandschutzvorschriften sind die Fensterrahmen irrelevant, also ist es eine komplett taugliche Fassade in RF1. Brennt es aber, schmilzt der Kunststoffrahmen und die Gläser fallen heraus.

Objekt: Industrie, 11 bis 30 m hoch, im Kanton Bern

Wie wird Wiener Geflecht klassifiziert?

Die meisten Bauprodukte mit Klassifizierung, die in der Schweiz vertrieben werden, sind im Brandschutzregister der VKF gelistet. Im Dokument Allgemein anerkannte Bauprodukte der VKF sind die Baustoffe zusammengestellt, die keinen Prüfnachweis erfordern. Ist ein Baustoff in diesen beiden Listen nicht enthalten, muss die Klassifikation beim Hersteller nachgefragt werden. Denn wer ein Bauprodukt in Verkehr bringt, muss das Brandverhalten deklarieren können. Das heisst, der Hersteller muss eine Klassifizierung eines anerkannten Prüflabors vorweisen können.

Wie ist die Formulierung «Lichtdurchlässige Elemente aus brennbaren Baustoffen sind flächenmässig beschränkt zu verwenden» zu interpretieren? Die Frage bezieht sich auf Aussenwandbekleidungssysteme.

Nutzung: Lager, Gebäudehöhe: 11 m bis 30 m hoch, Standort: ausserhalb des Kantons Bern

In den Brandschutzvorschriften gibt es keinen Bezug zwischen Aussenwandbekleidungen, brennbaren lichtdurchlässigen Elementen und einer flächenmässigen Beschränkung.

Genügt ein Aussenwandbekleidungssystem nach Ziffer 3.2.8 oder müssen für hinterlüftete Fassaden weitere Vorgaben berücksichtigt werden, z.B. VKF-anerkannte oder gleichwertige Konstruktion (Lignum), Anschlüsse an angrenzende Bauteile (brandabschnittsbildende Wände und Decken, Ziffer 3.3.3)?

Nutzung: Beherbergungsbetrieb a), Gebäudehöhe: 11 m bis 30 m hoch, Standort: im Kanton Bern

Unabhängig von der Tabelle unter Ziffer 3.2.8 in der Brandschutzrichtlinie 14-15 «Verwendung von Baustoffen» sind die zuvor aufgeführten übergeordneten Schutzziele einzuhalten. Diese sind für Gebäude mittlerer Höhe in der Brandschutzrichtlinie 14-15 unter der Ziffer 3.1.1, Absatz 1 und 2, aufgeführt:

Beim Umbau unseres Bauernhauses möchten wir gerne Schafwolle für die Dämmung einsetzen. Ist es aus Sicht des Brandschutzes gefährlich, mit Schafwolle anstelle von Flumroc zu dämmen? Die Holzkonstruktion wird komplett erneuert, da sie zu morsch ist.

Schafwolle ist kein allgemein anerkannter Baustoff. Der Hersteller muss das Brandverhalten mit einer Prüfung nachweisen. Wenn das Produkt in die Brandverhaltensgruppe RF3 eingeteilt wird, darf es grundsätzlich als Dämmung verwendet werden. Es gibt allerdings Ausnahmen: In vertikalen Fluchtwegen sind Baustoffe der Brandverhaltensgruppe RF1 gefordert, dies gilt auch für die Dämmung.