Von der Einstellhalle geht der Aufzug direkt in unsere Wohnung im dritten Geschoss. Durch die einfache Aufzugsschachttüre sind Gespräche zu hören. Erfüllt eine Türe, die so wenig Schallschutz bietet, die Anforderungen an den Brandschutz?

Objekt: Geschäftshaus mit Tearoom, Kleidergeschäft und 7 Wohnungen, 11 bis 30 m hoch, Kanton Bern

Aufzugsschachttüren, die unmittelbar in die Wohnung führen, müssen einen Feuerwiderstand von E 30 aufweisen. Das heisst, sie müssen einem Feuer 30 Minuten lang standhalten. Ob Ihre Aufzugsschachttüren diese Anforderungen erfüllt, können wir nicht beurteilen. Dies müssten Sie beim Hersteller des Aufzugs oder beim Eigentümer des Gebäudes nachfragen.

Welchen Feuerwiderstand muss ein Liftschacht aufweisen, wenn er in einem Mehrfamilienhaus geringer Höhe im 1. und 2. Geschoss in den vertikalen Fluchtweg mündet und im obersten Geschoss direkt in die Nutzungseinheit?

In der Regel wird der Lift dem Brandabschnitt des vertikalen Fluchtwegs zugeordnet. So gibt es keine Anforderung an den Feuerwiderstand zwischen Liftschacht (inkl. Liftschachttüre) und Treppenhaus. Die Schachtwand zur Nutzungseinheit hat die gleiche Feuerwiderstandsanforderung wie der vertikale Fluchtweg (REI 30 – RF1).

Können wir eine Türe vor die Liftschachttüre einbauen?

Die Situation: Der Liftschacht führt direkt in unsere Attikawohnung. Als Abschluss ist einzig die Teleskopschiebetüre des Liftschachts vorhanden. Durch den 1 cm breiten Luftspalt dringen Immissionen wie Gerüche, Zugluft oder Lärm ein. Wir möchten deshalb eine zusätzliche Türe vor der Liftschachttüre einbauen. Welche Anforderungen muss diese erfüllen? Ist eine Brandschutztüre erforderlich oder darf eine einfache Holztüre angebracht werden?

Müssen bei brandschutzzertifizierten Aufzugsschachttüren immer Originalteile eingebaut werden oder sind auch Ersatzteile aus gleichwertigen Materialien mit minimalen konstruktiven Abweichungen zulässig?

Aufzugsschachttüren mit einem Feuerwiderstand müssen grundsätzlich so eingebaut werden, wie sie geprüft wurden. Das Prüfzertifikat wird nur mit Originalteilen erfüllt.

Liftschachttüren – was gilt mit der neuen Norm im Kanton Bern?

Am 1. September 2017 tritt die neue Aufzugsnorm SN 81-20/50 in Kraft. Sie gilt für neue und bestehende Personen- und Lastenaufzüge mit Personenbegleitung. Nach der neuen Norm dürfen nur noch Anlageteile eingesetzt werden, die je nach Brandbelastung einen Feuerwiderstand von E30 oder E60 aufweisen.

Was muss bei einem Gebäude mittlerer Höhe beachtet werden, wenn ein Aussenfassadenlift mit Glasverkleidung angebaut wird? Die Nutzung des Gebäudes (Wohnhaus, Gewerbe oder kombiniert) ist noch nicht klar definiert.

Aufzugsschächte aus brennbaren Bauprodukten müssen schachtseitig mit Baustoffen RF1 bekleidet sein. Zudem dürfen keine Fremdinstallationen im Schacht angebracht werden.

Stimmt es, dass Liftschächte nicht mehr entraucht werden müssen? In unseren Auflagen ist die Rede von 5 % des Schachtquerschnitts, maximal aber 0,16 m2.

Es ist korrekt, dass die Liftschächte gemäss den neuen Brandschutzvorschriften BSV 2015 nicht mehr entraucht werden müssen.