Gemäss Anhang zu Ziffer 2 der Brandschutzrichtlinie Löscheinrichtungen sind Handfeuerlöscher in Mehrfamilienhäusern weder erforderlich noch empfehlenswert! Wenn die Richtlinie so formuliert ist, ist das konträr zur Empfehlung der GVB auf dieser Webseite hier. Mich würde interessieren, warum die VKF Handfeuerlöscher in Mehrfamilienhäusern als nicht empfehlenswert ansieht.

Die Brandschutzvorschriften der VKF sind in der ganzen Schweiz verbindlich. Die kantonalen Brandschutzbehörden können die Vorschriften für Ihren Kanton präzisieren oder zusätzliche Anforderungen stellen. Dadurch können die Brandschutzanforderungen in den einzelnen Kantonen voneinander abweichen.

Ich bin auf ein Seniorenfahrzeug angewiesen, und es sollte für mich leicht erreichbar sein. Darf ich das Fahrzeug im Treppenhaus stehen lassen? Meine Wohnung befindet sich im 9. Stock von gesamthaft 13. Wenn das Fahrzeug im Treppenhaus steht, bleibt eine Durchgangsbreite von 1,70 Metern, da das Treppenhaus grosszügig geplant wurde und der Lift sich in einem zusätzlichen Bereich befindet.

Gemäss Ihrer Beschreibung gehen wir davon aus, dass Sie in einem Hochhaus wohnen und dass es sich bei Ihrem Fahrzeug um ein akkubetriebenes Fortbewegungsmittel handelt.

Reicht es aus, falls die Öffnungen (Fenster, Türen oder Tore) sich manuell öffnen lassen oder müssen sie im Brandfall automatisch gesteuert sein?

Für Brandabschnitte mit einer Fläche bis 2400 m2 reicht eine manuelle Öffnung in jedem Fall aus. Bei grösseren Brandabschnittflächen, die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen erfordern, muss die Öffnungsart anhand des Brandschutzkonzepts definiert werden.

Darf in einer Tiefgarage der Fluchtweg über einen offenen Veloraum führen? Und ist die Anzahl der Richtungsänderungen in horizontalen Fluchtwegen beschränkt?

Diese Frage muss anhand der örtlichen Gegebenheiten abschliessend beurteilt werden. Grundsätzlich ist der Fluchtweg über einen offen verbundenen Veloabstellraum möglich, soweit der Durchgang jederzeit gewährleistet ist.

Wie muss eine brandabschnittsbildende Holzbalkendecke bei zwei übereinander liegenden Wohnungen konstruiert sein? Muss sowohl die Decke der unteren als auch der Boden der oberen Wohnung REI 30 sein oder reicht eine entsprechende Bodenbekleidung in der oberen Wohnung? Die Balkenquerschnitte betragen 180 × 180 mm.

Grundsätzlich muss ein Deckenaufbau den geforderten Feuerwiderstand von oben wie von unten gewährleisten. Das heisst aber nicht, dass er zwingend von oben wie auch von unten mit dem geforderten Feuerwiderstand verkleidet werden muss. Das Deckensystem muss als Ganzes die gemäss Ihren Angaben geforderten REI 30 erbringen.

In einem Mehrfamilienhaus geringer Höhe ist im vertikalen Fluchtweg ein Geländer aus Platten vorgesehen. Kann dafür ein Material RF2 verwendet werden?

In der Brandschutzrichtlinie 14-15 «Verwendung von Baustoffen» finden Sie unter 4.2 eine Tabelle mit den Anforderungen an das Brandverhalten von Fluchtwegen und Innenräumen. 

Bei einer Alterswohnsiedlung (bis 11 m hoch) führen die Fluchtwege über einen offenen Laubengang zu einem vertikalen Fluchtweg. Muss die Gesamtlänge 35 m betragen? Von wo bis wo wird gemessen? Wohnungstüre bis Anfang Treppe? Und wie ist es bei einer Gebäudehöhe über 11 m?

Bei Laubengängen werden die Fluchtweglängen gleich wie bei anderen horizontalen Fluchtwegen gemessen:

Wird bei hinterlüfteten Fassaden nach jedem Geschoss ein horizontaler Brandabschluss benötigt?

Gemäss der Brandschutzrichtlinie 14-15 «Verwendung von Baustoffen» gilt: Wenn die Aussenwandbekleidungen und/oder die Dämmstoffe im Hinterlüftungsbereich aus brennbaren Materialien bestehen, müssen hinterlüftete Fassaden mit einer von der VKF anerkannten oder gleichwertigen Konstruktion ausgeführt werden.