Wir renovieren bei unserem Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen die Türen. Müssen die Wohnungseingangstüren die Anforderung EI 30 erfüllen? Welche Anforderungen gelten an die Haupteingangstüre zum Treppenhaus? Braucht es eine Panikfunktion?

Objekt: Mehrfamilienhaus, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

In einem Mehrfamilienhaus muss jede Wohnung als Brandabschnitt ausgestaltet werden. Damit müssen die Wohnungseingangstüren einen Feuerwiderstand von EI 30 aufweisen.

Beim Umbau unseres Bauernhauses möchten wir gerne Schafwolle für die Dämmung einsetzen. Ist es aus Sicht des Brandschutzes gefährlich, mit Schafwolle anstelle von Flumroc zu dämmen? Die Holzkonstruktion wird komplett erneuert, da sie zu morsch ist.

Schafwolle ist kein allgemein anerkannter Baustoff. Der Hersteller muss das Brandverhalten mit einer Prüfung nachweisen. Wenn das Produkt in die Brandverhaltensgruppe RF3 eingeteilt wird, darf es grundsätzlich als Dämmung verwendet werden. Es gibt allerdings Ausnahmen: In vertikalen Fluchtwegen sind Baustoffe der Brandverhaltensgruppe RF1 gefordert, dies gilt auch für die Dämmung.

Muss der zweite Ausgang unserer Ausstellungshalle verbreitert werden?

Die Situation: Unsere ebenerdige Ausstellungshalle verfügt neben einem grossen Schiebetor (340 cm breit) über einen Hauptausgang (100 cm breit) und einen zweiten Ausgang (115 cm breit). Der zweite Ausgang wird als Fluchtweg genutzt. Bei einer Belegung von mehr als 100 Personen werden gemäss Richtlinie zwei Ausgänge (90 cm und 120 cm) benötigt. Damit halten wir die Vorgaben wegen 5 cm nicht ein. Besteht hier ein Bestandesschutz oder muss die zweite Ausgangstüre auf 120 cm verbreitert werden?

Nutzung: Ausstellungshalle, Baujahr 1920, bis 11 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Ihre Beurteilung ist korrekt. Die Breiten der Ausgänge entsprechen bei einer Belegung von über 100 Personen nicht den Brandschutzvorschriften. Ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit im Bestandesbau hier anwendbar ist, muss die Brandschutzbehörde beurteilen.

Wann wird eine Verbindungstreppe innerhalb der Nutzungseinheit zum Atrium?

Die Situation: Die Treppe verbindet drei Geschosse bzw. die Vorräume miteinander und hat ein Glasdach. Die Gesamthöhe beträgt mehr als 11 m, jedoch ist es von der Typologie her kein Innenhof. Die Fläche der drei Geschosse beträgt insgesamt 830 m2.

Objekt: Öffentliches Gebäude mit Veranstaltungsräumen, 11 m bis 30 m hoch, ausserhalb des Kantons Bern

Meine Wohnung ist über einen Laubengang erschlossen. Darf ich dort eine kleinere Laterne aufstellen?

Gemäss Brandschutzvorschriften müssen Fluchtwege immer frei und sicher benutzbar sein. Grundsätzlich dürfen im Laubengang deshalb keine Bandlasten oder Aktivierungsgefahren wie Laternen aufgestellt werden. Die Brandschutzbehörden lassen hier jedoch einen gewissen Spielraum.

Können wir eine Türe vor die Liftschachttüre einbauen?

Die Situation: Der Liftschacht führt direkt in unsere Attikawohnung. Als Abschluss ist einzig die Teleskopschiebetüre des Liftschachts vorhanden. Durch den 1 cm breiten Luftspalt dringen Immissionen wie Gerüche, Zugluft oder Lärm ein. Wir möchten deshalb eine zusätzliche Türe vor der Liftschachttüre einbauen. Welche Anforderungen muss diese erfüllen? Ist eine Brandschutztüre erforderlich oder darf eine einfache Holztüre angebracht werden?

Gefährdet eine Schuhkommode mit Sitzbank im Flur wirklich unsere Sicherheit?

Die Situation: Wir wollten eine Schuhkommode mit Sitzbank bei uns in einem Sechs-Familien-Haus in den Flur stellen, nun ist eine Partei aus Sicherheitsgründen dagegen. Ist die erwähnte Familie im Recht und es ist von Vorteil, wenn wir die Schuhkommode mit Sitzbank in der Wohnung lassen?

Dürfen in einem Heizungsraum einer Ölheizung Skianzüge (teils aus Kunststoff), Skihelme, Skischuhe und weitere Kleidungsstücke gelagert werden?

Objekt: Ferienhaus mit 8 Wohnungen, bis 11 m hoch, im Kanton Bern

Ob Sie im Heizungsraum Gegenstände lagern dürfen, hängt von der Nennwärmeleistung der Ölheizung ab: